Satzung der Deutschen Waldenservereinigung e.V.

Präambel

Die Deutsche Waldenservereinigung steht auf der Grundlage des Evangeliums, um dessentwillen die evangelischen Glaubensflüchtlinge seit den ersten Waldenserverfolgungen ihre Heimat verlassen haben. Die Anliegen der Glaubensflüchtlinge nachhaltig lebendig zu erhalten und zu sichern, dient die nachfolgende Satzung.

Satzungsinhalte:

§ 1 Name, Sitz
Der Verein führt den Namen Deutsche Waldenservereinigung e.V.
Der Verein ist in das Vereinsregister des Amtsgerichts Maulbronn eingetragen.
Er hat seinen Sitz in 75443 Ötisheim-Schönenberg

§ 2 Zweck des Vereins

1. Der Verein verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne des Abschnitts „Steuerbegünstigte Zwecke“ der Abgabenordnung.

2. Der Verein fördert auf der Grundlage der Präambel
- die Beziehungen zwischen den von den Waldensern gegründeten Gemeinden in der Bundesrepublik Deutschland
- ebenso die Beziehungen der Nachkommen der Waldenser untereinander
- und zu den Waldensern, den Waldenserkirchen außerhalb der Bundesrepublik Deutschland und deren Arbeit
- die Erforschung der Waldensergeschichte
- die Erhaltung des Waldensermuseums (Henri-Arnaud-Haus) in 75443 Ötisheim-Schönenberg

3. Der Verein unterhält und verwaltet das Gebäude
75443 Ötisheim-Schönenberg, Henri-Arnaud-Str. 27 mit Waldensermuseum und Archiv.

4. Der Satzungszweck wird insbesondere verwirklicht durch
- vereinseigene Veröffentlichungen
- Vorträge, Begegnungs – und Studienfahrten, Ausstellungen, Tagungen
- Durchführung von Treffen der Waldenser, Waldensernachfahren und Freunde der Waldenser
- Vertrieb und Verkauf von Waldenser- u. Hugenottenliteratur
- Angebot von Waldenser- u.Hugenottenzeichen in entsprechenden Materialien
- Überlassung der Räume für allgemeine kirchliche Zwecke, die Veranstaltungen im Sinne der Präambel dienen
- Sachverständige Beratungen und Stellungnahmen zu wichtigen mit der Arbeit des Vereins zusammenhängenden Tagesfragen, auch in Presse und Rundfunk
- die Unterhaltung einer Bibliothek mit thematisch auf die Waldenser und ihre Geschichte bezogenen Literatur
- die Unterhaltung eines Waldenserarchivs

§ 3 Gemeinnützigkeit
Der Verein ist selbstlos tätig; er verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Ziele.

§ 4 Mittelverwendung
Mittel des Vereins dürfen nur für die satzungsmäßigen Zwecke verwendet werden. Die Mitglieder erhalten keine Zuwendungen aus Mitteln des Vereins.
Es darf keine Person durch Ausgaben, die dem Zweck der Körperschaft fremd sind oder durch unverhältnismäßig hohe Vergütung begünstigt werden.
Die satzungsgemäße und rechnerische Ordnungsmäßigkeit werden durch einen Sachverständigen oder durch 2 Kassenprüfer geprüft, die in der Mitgliederversammlung gewählt werden.

§ 5 Dienstbarkeiten
Zur Sicherung des Anliegens, die Erhaltung des Waldensermuseums (Henri-Arnaud-Haus) in 75443 Ötisheim-Schönenberg sind folgende beschränkt persönliche Dienstbarkeiten in das Grundbuch der Gemeinde Ötisheim eingetragen:
1. zu Gunsten der Evangelischen Landeskirche Württemberg
2. die evangelische Kirchengemeinde Ötisheim- Schönenberg hat ein Mitbenutzungsrecht am Saal und den dazu gehörenden Nebenräumen im Henri-Arnaud-Haus.
Die Einzelheiten regelt ein Vertrag zwischen der Deutschen Waldenservereinigung e.V. und der Evangelischen Kirchengemeinde Ötisheim

§ 6 Vereinsjahr
Das Vereinsjahr deckt sich mit dem Kalenderjahr.

§ 7 Mitgliedschaft
Mitglied der Vereinigung kann jede Einzelperson, Firma, Kommune, Kirchengemeinde, jeder Verein oder eine andere Körperschaft d. ö. R. werden, der / die die Präambel und den Zweck nach § 1 anerkennt und fördert.
Die Mitgliedschaft wird durch einen formlosen schriftlichen Antrag begründet.
Der Vorstand hat das Recht einen Antrag vorläufig abzulehnen. Über die Ablehnung entscheidet die Mitgliederversammlung endgültig.

§ 8 Beendigung der Mitgliedschaft
Die Mitgliedschaft erlischt
- durch den Tod
- durch schriftliche Austrittserklärung
- durch Ausschluss durch den Beirat, wenn ein Mitglied
den Zwecken der Vereinigung dauernd zuwider
handelt oder das Ansehen von Mitgliedern der
DWV nachhaltig schädigt.
Die von der Mitgliederversammlung festgelegten
Beträge für zwei aufeinanderfolgende Jahre trotz
zweimaliger schriftlicher Aufforderung nicht
bezahlt.
Gegen den vom Beirat verfügten Ausschluss eines Mitglieds kann von diesem Berufung an die Mitgliederversammlung eingelegt werden, die endgültig entscheidet

§ 9 Mitgliedsbeitrag
Der jährliche Mitgliedsbeitrag wird durch die Mitgliederversammlung festgelegt.
- Der Jahresbeitrag wird zu Beginn eines jeden Geschäftsjahres fällig.
- Der Beitrag für das Aufnahmejahr ist anteilig bei der Aufnahme zu entrichten.
- Der Vorstand kann die Beiträge aus sozialen Gründen stunden, ermäßigen oder erlassen. Bei einer Ablehnung eines Antrags kann Berufung bei dem Beirat eingelegt werden. Dieser entscheidet endgültig über den Antrag.

§ 10 Organe des Vereins

1. Organe des Vereins sind:

a) die Mitgliederversammlung
b) der Vorstand
c) der Beirat

2. Die Tätigkeit des Vorstandes und der Mitglieder der anderen Organe ist ehrenamtlich.

3. Notwendige Aufwendungen, insbesondere Reisekosten des Vorstandes und von ihm beauftragen Personen können erstattet werden..

§ 11 Mitgliederversammlung

1. Die ordentliche Mitgliederversammlung findet jährlich einmal statt.
Der Vorstand lädt 4 Wochen vorher unter Angabe der Tagesordnung ein . Die Veröffentlichung erfolgt im Mitteilungsblatt der Deutschen Waldenservereinigung e.V. „Der Deutsche Waldenser“ .
Jedes Mitglied hat das Recht 14 Tage vor der Mitgliederversammlung zusätzliche Tagesordnungspunkte schriftlich bei dem 1. Vorsitzenden einzubringen.

Eine außerordentliche Mitgliederversammlung findet statt, wenn 5 % der Vereinsmitglieder es schriftlich verlangen oder der Vorstand nach einstimmigem Beschluss eine außerordentliche Mitgliederversammlung aus wichtigem Grund einberuft.

Die Mitgliederversammlung wird von dem/der 1. Vorsitzenden geleitet. Im Vertretungsfall durch den/die 2. Vorsitzende/n des Vereins. Das Protokoll wird von dem/der 1. Vorsitzenden und dem/der Schriftführer (in) unterzeichnet und von der nächstfolgenden Mitgliederversammlung genehmigt.

Beschlussfähig sind in jedem Fall die zur Versammlung erschienenen Mitglieder. Bei Abstimmungen entscheidet die einfache Mehrheit der abgegebenen Stimmen mit Ausnahme bei Abberufung eines Mitglied des Vorstandes oder des Beirats, sowie einer Satzungsänderung und Auflösung des Vereins. In diesen Fällen sind zwei Drittel der Stimmen der anwesenden Mitglieder nötig. Stimmenthaltungen werden nicht gewertet. Jedes Mitglied hat eine Stimme.

2. Aufgaben der Mitgliederversammlung sind

- den Jahresbericht des Vorstandes entgegenzunehmen,
- den vom Beirat beratenen Haushaltsplan und die geprüfte Jahresrechnung zu beschließen
- den Vorstand auf Antrag eines Mitglieds zu entlasten
- den Vorstand, den Beirat und gegebenenfalls die Kassenprüfer zu wählen; die Wahl erfolgt auf 3 Jahre.
- die Abberufung von Vorstands- oder Beiratsmitgliedern zu beschließen bzw. zu bestätigen.
- den endgültigen Ausschluß eines Mitglieds bei Widerspruch gegen eine Entscheidung des Beirats zu bestätigen
- die Auflösung des Vereins zu beschließen.

§ 13 Der Vorstand

1. Der Vorstand setzt sich wie folgt zusammen:
- dem/der 1. Vorsitzenden (Präsident/in)
- dem/der Schriftführer/in
- dem/der wissenschaftlichen Vorsitzenden
- dem /der Schatzmeister/in
- einem weiteren Vorstandsmitglied

2. Der gesamte Vorstand bildet den Vorstand im
Sinne von § 26 BGB.
Der Verein wird gerichtlich und außergerichtlich vom 1. Vorsitzenden alleine oder von
zwei weiteren Vorstandsmitgliedern gemeinsam vertreten.
Der Vorstand wählt aus seiner Mitte eine/
Geschäftsführer/in und eine/n 2. Vorsitzende/n

4. Der Vorstand beschließt über alle Angelegenheiten des Vereins, die nicht der Mitgliederversammlung oder dem Beirat vorbehalten sind und führt die laufenden Geschäfte gemäß der Geschäftsordnung für den Vorstand..
Der Vorstand hat nur im Innenverhältnis die Beschlussempfehlungen beziehungsweise die Beschlüsse des Beirats zu beachten und umzusetzen.
5. Jedes Mitglied hat eine Stimme; es entscheidet die einfache Mehrheit der in der Sitzung anwesenden Mitglieder; es müssen jedoch mindestens 3 Mitglieder anwesend sein. Stimmenthaltungen werden nicht gewertet.
6. Über die Sitzungen des Vorstandes ist ein Protokoll zu fertigen.
7 .Der Vorstand berichtet dem Beirat in jeder Sitzung über Beschlüsse, die zwischen den Sitzungen getroffen wurden.
8. Der Vorstand sollte mind. 6 x jährlich tagen.
9. Die Wahlperiode beträgt 3 Jahre; der Vorstand bleibt bis zur Neuwahl im Amt..

§ 14 1. Vorsitzende/er

- Der/die Vorsitzende lädt unter Angabe der Tagesordnung zu den Sitzungen der Vereinsorgane ein.
- Im Verhinderungsfall wird der/die Vorsitzende durch den/die 2. Vorsitzende/n vertreten
- Der/die Vorsitzende erledigt mit Hilfe der/des Hausverwalters/in die laufenden Geschäfte. Er kann dies auf andere Vorstandsmitglieder deligieren.

- Der 1. Vorsitzende ist Dienstvorgesetzer angestellter Mitarbeiter/Mitarbeiterinnen, im Vertretungsfall der/die 2. Vorsitzende.

§ 15 Beirat

1. Der Beirat berät und unterstützt den Vorstand in allen Fragen und Angelegenheiten des Satzungszwecks und seiner Erfüllung.
Er soll die Verbindung zwischen den Organen des Vereins und seinen Mitgliedern, deren Vereinigungen und verwandten Organisationen stärken und die Verbindungen zu den Landeskirchen, den evangelischen Kirchengemeinden in den Waldenserkolonien und der öffentlichen Hand in den Gemeinden und Landkreisen vertiefen.

Der Beirat tritt jährlich mindesten zu zwei Sitzungen zusammen, die vom 1. Vorsitzenden drei Wochen vorher unter Angabe der Tagesordnung schriftlich einzuberufen sind.
In eiligen Fällen kann die Frist der Einberufung unterschritten werden.

Eine außerordentliche Sitzung ist von dem/der 1. Vorsitzenden einzuberufen, wenn mindestens fünf Beiratsmitglieder es schriftlich verlangen.

Die Sitzungen werden von dem/der 1. Vorsitzenden geleitet. Die Protokolle werden von dem/der Schriftführer(in) oder dem (der) hierfür bestimmten Protokollant(in) erstellt und an alle Beiratsmitglieder versandt.

Das Protokoll wird in der nächsten Beiratssitzung beraten und gegebenenfalls mit Änderungen genehmigt. Es wird von der/dem Schriftführer(in), der/dem 1. Vorsitzenden und einem Beiratsmitglied unterzeichnet.

2. Der Beirat ist beschlussfähig, wenn mehr als die Hälfte der Mitglieder anwesend sind. Bei Abstimmung entscheidet die einfache Mehrheit der abgegebenen Stimmen; bei Stimmengleichheit gilt ein Antrag als abgelehnt. Stimmenthaltungen werden nicht gewertet.

3. Der Beirat setzt sich wie folgt zusammen:
- dem Vorstand
- dem/der Pfarrer(in) der evg. Kirchengemeinde Ötisheim
- einem/er Vertreter(in) der bürgerlichen Gemeinde Ötisheim
- je eine Vertrauensperson für die
- evang. Landeskirche Baden
- evang. Landeskirche Hessen und Nassau
- evang. Landeskirche Kurhessen und Waldeck
- evang. Landeskirche Württemberg
- sonst. Kirchen und Organisationen (z.B.GAW,DHV,Freundeskreise)
- bis zu 8 weiteren Vereinsmitgliedern

Die Wahlperiode beträgt 3 Jahre.

Jedes Mitglied des Beirats hat 1 Stimme.
Der Beirat kann zu den Beratungen Sachverständige hinzuziehen und auf Vorschlag des Vorstandes Ausschüsse bilden.
Der Vorstand kann zu den Sitzungen des Beirats die/den Hausverwalter(in) einladen.

4. Der Beirat hat folgende besondere Aufgaben:


- der Beirat berät und verabschiedet den vom Vorstand aufgestellten Haushaltsplan und die Jahresrechnung zur Verabschiedung in der Mitgliederversammlung.
- der Beirat berät und fasst notwendige Beschlüsse für den Kauf, Verkauf, Belastung von Grundstücken des Vereins.
- Der Beirat legt Ort und Zeit für den Waldensertag und die Mitgliederversammlung fest. Er berät und beschließt die Tagesordnung bzw. das Programm .
- Der Beirat ist an allen grundsätzlichen Entscheidungen zu Veränderungen im Museum zu beteiligen.
- Der Beirat beschließt die Verwendung der ökumenischen Mittel
- Der Beirat ernennt auf Vorschlag des Vorstandes
Ehrenmitglieder des Vereins.
- Der Beirat kann zwischen den Mitgliederversammlungen Mitglieder, ohne Stimmrecht hinzuwählen.
-
§ 15 Hausverwalter/Hausverwalterin

Der/die Hausverwalter/Hausverwalterin ist dem 1. Vorsitzenden verantwortlich für die ordnungsgemäße Abwicklung der laufenden Angelegenheiten sowie für die Ausführung von Vorstandsbeschlüssen, die seine/ihre Arbeit betreffen. Sein/ihr Aufgabenbereich werden durch eine vom Vorstand erlassene Geschäftsordnung bestimmt. Der/die Hausverwalterin ist Angestellte(r) des Vereins.

§ 16 Auflösung

Im Falle der Auflösung der Deutschen Waldenservereinigung e.V. oder bei Wegfall der steuerbegünstigten Zwecke fällt das noch vorhandene Vermögen der evang. Landeskirche Württemberg mit der Auflage zu, die Präambel zu beachten und den satzungsmäßigen Zweck der Erhaltung und Fortführung des Henri-Arnaud Hauses als Museum für die Geschichte der Deutschen Waldenser dauerhaft zu gewährleisten.

Verabschiedet durch die Mitgliederversammlungen am 28. März 2004 , 5. Februar 2005 und 20.März 2010 in Ötisheim-Schönenberg

Unterzeichnet
3 Mitglieder der Mitgliederversammlung vom 20.3.2010


< zurück zu INFORMATIONEN & LITERATUR