Europäischer Hugenotten- und Waldenserpfad

Nach vielen Vorbereitungen, Planungen, Überlegungen und Reisen ist es geschafft.
Der Europäische Hugenotten und Waldenserpfad ist soweit vorbereitet, dass die Gründung des Trägervereins erfolgen konnte.

32 Gründungsmitglieder hoben den Verein am 25.6.2009 in Neu Isenburg
aus der Taufe.

Für die DWV ist Präsident Herbert Temme Beisitzender des Vorstandes geworden,
Dr. Albert de Lange wurde für den wichtigen Ausschuss \" Qualitäts- und Marketingbeirat berufen.

Zwischenzeitlich hat sich nicht nur die Zahl der Mitglieder deutlich verändert, sondern es ist auch viel geschehen, dass nun dazu führt,dass der Weg als
Europäische Kulturroute am Montag, 09. September 2013 um 18.00 Uhr im Rahmen der Woche der Toleranz und Mitmenschlichkeit, im Stad-Museum "Haus zum Löwen" ausgezeichnet wird.
Die Deutsche Waldenservereinigung e.V. wird durch Präsident Herbert Temme und Ehefrau und der früheren Geschäftsführerin Heide Boger aus Mühlacker dort vertreten sein.
Darüberhinaus hoffen wir auf viele weitere interessierte Besucher und Besucherinnen. Die Pressemitteilung hierzu ist nachstehend abgedruckt.

Pressemitteilung Juli 2013

- Pressemitteilung Juli 2013 -
Ein Weg der Freiheit und Toleranz: „Hugenotten- und Waldenserpfad“ wird ein Europäischer Kulturfernwanderweg. Ein gemeinsames Projekt von vier europäischen Ländern.
Auszeichnung als „Europäische Kulturroute“ wird am 9. September 2013, 18 Uhr, im Stadtmuseum „Haus zum Löwen“ verliehen
In einer internationalen Aktion wurde erreicht, dass der Hugenotten- und Waldenserpfad zur Europäischen Kulturroute befördert wurde. Das ist eine Veredelung des Weges. Die Überreichung der Anerkennungsurkunde durch die EU erfolgt in Neu-Isenburg, am Montag, 9. September 2013, um 18 Uhr, im Rahmen der Woche der Toleranz und Mitmenschlichkeit, im Stadt-Museum «Haus zum Löwen.

Die hohe Qualität des Kulturwanderwegs „Hugenotten- und Waldenserpfad“ und seine grenzübergreifende europäische Bedeutung überzeugten den Europarat. Im Mai 2013 wurde die Auszeichnung des Weges als „Europäische Kulturroute“ durch den Europarat anerkannt und gewürdigt. Die Verleihung der Anerkennungsurkunde zur europäischen Kulturroute, am 9. September, findet in der in der Hugenottenstadt Neu-Isenburg statt, die gleichzeitig Sitz des deutschen Trägervereins ist. Sie wird offiziell durch die Leiterin des Instituts für europäische Kulturrouten, Frau Penelope Denu, überreicht. Zu der Feierstunde werden zahlreiche nationale und internationale Gäste erwartet.

Ein europäisches Projekt
„Auf den Spuren der Hugenotten und Waldenser“ ist ein gemeinsames internationales Kooperationsprojekt von Partnern aus Frankreich, Italien, Schweiz und Deutschland. Regelmäßige Arbeitstreffen und intensive Erfahrungsaustausche haben in den letzten Jahren zu einer engen und sehr konstruktiven Partnerschaft geführt. Grenzübergreifenden Veranstaltungen, gemeinsame Informationsblätter und eine europäische Internet-Startseite sind die Ergebnisse der lebendigen Partnerschaft.
In jedem Partnerland gibt es eine eigene nationale Trägerschaft, in die Kommunen, Naturparke, Wander-, Kultur- und Tourismusverbände, Kirchengemeinden, Landkreise, Regionen, touristische Betriebe und Einzelpersonen eingebunden sind. Sie alle tragen mit ihrem Engagement zur Realisierung des Wanderwegs und zur Angebotsqualität bei. Die dichten lokalen und regionalen Netzwerke sichern die Nachhaltigkeit des Projekts in Zukunft.
Das internationale Projekt hat seit Beginn der Kooperation verschiedene Projektförderungen aus dem LEADER-EU-Strukturprogramm erhalten. Federführend war und ist hier das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung zuständig.

Ziele und Inhalte
Ziel des Projekts „Auf den Spuren der Hugenotten und Waldenser“ ist es, das Kulturerbe der Hugenotten und Waldenser, ihr historisches Exil und ihre schrittweise Integration in den Aufnahmeländern einer breiteren Bevölkerung als Thema der gemeinsamen europäischen Geschichte und Kultur nahe zu bringen, die Vergangenheit Europas zu verdeutlichen und gleichzeitig die gemeinsamen europäischen Grundwerte wie Freiheit, Achtung der Menschenrechte, Toleranz und Solidarität zu thematisieren. Eine Teilstrecke des Weges führt durch die Hugenottenstadt Neu-Isenburg.
Akteure, zivilgesellschaftliche Organisationen und Einrichtungen am Wege werden engagiert und grenzüberschreitend eingebunden. Ihr ehrenamtliches Engagement wird auf diese Weise in besonderem Maße gewürdigt. Die kulturelle Vielfalt in Europa wird herausgehoben und erfährt eine besondere Wertschätzung.
Nicht zuletzt soll dieses Wanderangebot auch wirtschaftliche Anstöße für die Orte und Regionen am Weg geben: unterschiedliche wander- und kulturtouristische touristische Ansätze werden Zusatzeffekte v.a. im touristischen Sektor bringen.

Ein Themenweg
Die Wegroute zeichnet sich aus durch ihren kulturellen, historischen und landschaftlichen Reichtum, denn an der Wegstrecke laden viele Hugenotten- und Waldenserorte dazu ein, das Kulturerbe der Glaubensflüchtlinge aktiv auf individuellen oder geführten Wanderungen, auf Tagesrundwegen oder im Kurzwanderurlaub zu entdecken und sich dabei den Themen der Freiheit und Toleranz als europäischen Grundwerten zu widmen.
Der „Hugenotten- und Waldenserpfad“ folgt zunächst dem historischen Fluchtweg der französischen Protestanten aus der Dauphiné. Er beginnt in Poet-Laval im Gebiet der Drôme und führt durch die französischen Alpen und das Isèretal nach Genf, wo er sich mit dem Weg der Waldenser aus den waldensischen Tälern des Piemont verbindet. Die Wegroute verläuft durch die Schweiz entlang des Jura und durch das Aargau nach Schaffhausen. Im Süden Deutschlands führt der Kulturfernwanderweg durch das Hegau , weiter am Ostrand des Schwarzwalds entlang, durch den Kraichgau und in den Odenwald. Von hier aus geht er weiter durch das Rhein-Main-Gebiet, den Taunus, die mittel- und nordhessischen Mittelgebirge bis zur Hugenottenstadt Bad Karlshafen.
Die gesamte deutsche Wegstrecke zwischen Bad-Karlshafen und der Schweizerischen Grenze ist markiert.
Bereits jetzt können auch in Italien und Frankreich größere zusammenhängende Routenabschnitte mit dem Markierungszeichen bewandert werden.

Der Streckenverlauf in Neu-Isenburg
Der Streckenabschnitt Neu-Isenburg des Kulturfernwanderweges Hugenotten- und Waldenserpfad beginnt an der nordöstlichen Stadtgrenze von Mörfelden-Walldorf, führt von dort über Zeppelinheim nach Neu-Isenburg. Stationen sind hier das Frankfurter Haus, das Alte Stadthaus, der Marktplatz, die Evangelisch-Reformierte Gemeinde am Marktplatz, die Alte Schule und die Bansamühle.

Ausbau der Angebote
In Deutschland ist der Hugenotten- und Waldenserpfad vollständig markiert und beschildert. Er verläuft hier zum größten Teil auf regionalen, teils zertifizierten Wanderwegen von hoher Qualität. Für Nordhessen sowie für Baden-Württemberg sind bereits zwei themenspezifische Routenführer erschienen.
Derzeit finden erste Kontaktgespräche mit Vertretern relevanter Einrichtungen in Nord- und Mitteldeutschland statt mit dem Ziel, eine längerfristige Weiterführung der deutschen Strecke in Richtung Nord- und Ostsee anzubahnen. Auch der französische Trägerverein erweitert die ursprüngliche Strecke weiter in Richtung Mittelmeer.
Vorrangige Ziele auf europäischer Ebene sind die vollständige Markierung des Gesamtweges in Europa in den kommenden 2 Jahren und die Schaffung von „Erlebnisräumen“ am Weg, in denen das Kulturerbe z.B. mit Unterstützung ausgebildeter Führer und Instrumenten der neuesten Informationstechnologie, in Museen und durch Informationsangebote vor Ort entdeckt werden kann. Ein Qualitätshandbuch hierfür liegt vor, eine Qualifizierung der Akteure ist anvisiert.

Historischer Hintergrund: Der Weg von der alten in die neue Heimat
Im Jahre 1685 verbot König Ludwig XIV. die Ausübung des protestantischen Glaubens in Frankreich. Daraufhin verließen etwa 200.000 Hugenotten ihre Heimat und suchten Zuflucht in den protestantischen Ländern, in Europa und Übersee. In der südfranzösischen Dauphiné lebten viele Protestanten, von dort führte die Flucht zuerst nach Genf und dann weiter nach Deutschland. Die Waldenser, die am Ende des 17. Jahrhunderts aus dem Piemont vertrieben wurden, nutzten die gleichen Wege in Richtung Deutschland.
Die Geschichte der Glaubensflüchtlinge hat an Aktualität nichts eingebüßt: mit Vertreibung und Verfolgung, Migration und Integration verbinden sich auch heute wesentliche soziale und politische Fragen in Europa.

Kontakt in Deutschland:
Hugenotten- und Waldenserpfad e.V.
Herr 1. Vorsitzender Bürgermeister Herbert Hunkel
Hugenottenallee 53
63263 Neu-Isenburg
info@hugenotten-waldenserpfad.eu
www.hugenotten-waldenserpfad.eu
www.surlespasdeshuguenots.eu

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